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Politik wieder mehr von unten aufbauen

Goslar. Näher ran an die Bürger, attraktiver für junge Menschen, die ältere Generation aber nicht aus dem Blick verlieren: Der CDU-Stadtverband will politisches Interesse weiter beleben, Mitarbeit schmackhafter machen. Dabei haben die Christdemokraten bereits die Kommunalwahl 2021 im Visier.

Mehr Mitglieder

Interne Reibereien blieben nicht aus, als es im Frühjahr um die Neuwahlen an der Spitze des Goslarer Stadtverbandes ging. Anfang Mai setzte sich Axel Bender (58) bei der Mitgliederversammlung als Vorsitzender abermals durch, der junge Geschäftsführer der CDU-Ratsfraktion, Pascal Bothe (26), hatte als Mitbewerber das Nachsehen. Als gewichtige Argumente verwies Bender etwa auf gestiegene Mitgliederzahlen und eine gute Kassenlage bei der heimischen Union.

Mit Selbstbewusstsein wollen Bender und das CDU-Vorstandsteam die kommenden Aufgaben angehen. Dazu gehört auch Selbstkritik am Zustand der großen Partei: „Wir müssen denen da oben schon mal klarmachen, dass es so nicht weitergeht“, meint Bender mit Hinweis auf die Bundespartei. Die Union soll weiter Volkspartei bleiben, und das wünscht Bender im gleichen Atemzuge auch der SPD. Aber wichtiger denn je sei es deshalb, „Politik wieder mehr von unten aufzubauen“, betont der Goslarer CDU-Chef.

Um den Menschen aufs Maul zu schauen, peilt der Stadtverband laut Bender „eine kleine Bürgerumfrage“ an. Die Union will also Meinungen einsammeln. Beispiele: Ist es wichtiger, dass die Stadt ausgeglichene Finanzen hat – oder wünschen die Bürger vielleicht mehr Investitionen und Sauberkeit in der Stadt? Ist ein gemeinsamer Wahlkreis für die gesamte Stadt Goslar bei Kommunalwahlen gut – oder vielleicht eine Rückkehr zum früheren System mit mehreren Wahlkreisen besser? Denn auch dies könnte Distanz zwischen Wählern und Kandidaten abbauen, überlegt Armin Nitsche, Seniorenbeauftragter im CDU-Vorstand.

Bildung, Ausbildung

Betreuung, Bildung und Ausbildung für junge Leute rangieren beim CDU-Stadtverband ebenfalls oben auf der Themenliste, wie Schatzmeister Sebastian Skorzinski deutlich macht. Themen, „die wir auch an unseren Ständen zu hören bekommen“, fügt er an – ob Schulen oder Kindergartenplätze. Bei vielen millionenschweren Investitionen macht Skorzinski aber zugleich einen Schwachpunkt aus: Ein großer Anteil davon fließe beispielsweise für Brandschutz, aber weniger für die eigentliche Bildungsarbeit.

Im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern möchte die CDU in Goslar verstärkt Fährte aufnehmen. Dazu gehört auch die Erreichbarkeit, verdeutlicht Gudrun Pfeiffer als Mitgliederbeauftragte: Ihr Wunsch ist wieder mehr Präsenz auch bei der Kreisgeschäftsstelle in der Marktstraße – ehrenamtlich. Als Erfolg des Stadtverbandes bezeichnet Pfeiffer überdies den Empfang für neue Mitglieder, den die CDU erstmals in diesem Jahr organisierte.

Aktuell hat der CDU-Stadtverband 310 Mitglieder, damit rund 20 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren, bilanziert Axel Bender. „Politik hat was mit Menschen und Typen zu tun“, sagt er – und dazu gehörten auch neue Mitglieder, Gesichter, Themen und Meinungen.

 

Autor: Jörg Kleine - Goslarsche Zeitung